Internationales Groß-Event in Augsburg

 

Augsburg – die Hochburg des Kanusports – verblüffte mit „zwei“ unterschiedlichen Wettkampfveranstaltungen – 1. ECA European Cup Wildwater Sprint und 1. ECA Boater Cross auf dem Olympiakanal am 09./10, Mai 2015

Seit den olympischen Spielen 1972 in Deutschland/München-Augsburg ist der berühmte "Eiskanal" in Augsburg in der Kanu-Landschaft als eine sehr anspruchsvolle künstliche Wildwasserstrecke bekannt und nicht mehr von den großen Kanu – Events  wegzudenken. Viele hochrangige Wettkämpfe im Kanuslalom und Wildwasser-Kanu-Sprint sowie Rafting haben seit dieser Zeit bereits auf dem 300 Meter langen WW III-IV Kanal stattgefunden Nach der Organisation des 1. Weltmeisterschaft im Wildwasser-Kanu-Sprint 2011 in Augsburg fanden internationale Sprints und nationale Wildwasser Sprint Qualifikationen auf der Olympiastrecke statt, insgesamt nunmehr schon seit 15 Jahren. Am vergangenen Wochenende – mit dem Ausrichter Kanu Schwaben – fand das 1. ECA-Wildwasser-Sprint-Cup und ICF Ranglisten Rennen mit Teilnehmern aus 10 Nationen statt. Folgende Nationen  waren in Augsburg am Start: Australien / Belgien / Italien / Kroatien / Niederlande / Österreich / Schweiz / Slowenien / Tschechien / Deutschland. 139 Sportler gaben in  zwei verschiedenen Wettkämpfen ihr Bestes. Der Start begann kurz oberhalb der "Waschmaschine" und der Startabstand betrug nur 30 Sekunden (fliegender Start), was für den Sportler höchste Konzentration forderte, denn der nächste Sportler eilte schon hinter ihm her, aber für die Zuschauer und die Pressevertreter brachte dies höchste Spannung mit sich.

 

Nach der Neuregelung kommen die besten 5 Athleten pro Kategorie im ersten Lauf weiter, sie sind direkt für das Finale qualifiziert und brauchen nicht mehr im zweiten Lauf teilnehmen. Nach dem Lauf hat sich dann entschieden, wer in das Finale einzieht. Die Zuschauer und Mitbewerber waren sehr zufrieden mit dem neuen System. Die Organisatoren von Kanu Schwaben konnten das ICF-Ranking-Rennen am Samstag ohne Probleme sowie den 1. ECA-Sprint-Cup-Wettbewerb am Sonntag tadellos abwickeln.

Der Lokalmatador Normen Weber aus Deutschland fand die schnellste Spur durch den Kanal bei den C 1  Herren, gefolgt von Peter Draxl (Österreich) und Tim Heilinger (Deutschland) am Samstag und Vaclav Kristek und Vladimir Slanina beim zweiten Rennen, dem Sonntagswettbewerb (beide Sportler aus Tschechien) .

Leider gab es nur drei Konkurrenten in der Kategorie Frauen C1 aus Deutschland. Schade, denn die anspruchsvolle Strecke hätte bestimmt vielen anderen auch Spaß gemacht. Beide Rennen wurden von Sabrina Barm angeführt.

Die K1-Damen-Kategorie wurde dominiert von den deutschen sehr stark fahrenden Sportlerinnen Sabine Füßer, Manuela Stöberl und Alke Overbeck, wobei Sabine Füßer das ICF Ranking Rennen und Manuela Stöberl den ECA-Sprint-Cup gewann. Manuela Stöberl: "Die Strecke ist enorm schwer geworden, ich habe deshalb das Training am Morgen ausgelassen. Daher hatte ich genug Kraft für das Finale auf dieser schweren Strecke."

Vor allem aufgefallen ist, dass bei den KI-Männer, die neuen Regeln zu einem unerwarteten Ergebnis führten: Nejc Znidarcic Sloweniens – der erste Weltmeister im Wildwasser-Kanu-Sprint in Augsburg 2011 und Sieger der ICF Rangliste am Samstag - gefolgt von drei seiner Teammitglieder- hatte große Probleme auf der Strecke innerhalb des ersten Laufs am Sonntag und hatte dadurch mehr als 6 Sekunden Rückstand auf der Ziellinie. Ein sechster Platz im zweiten Lauf brachte ihn dann doch ins Finale, wo er das unglaubliche erreichte: mit einem neuen Streckenrekord nach 49,47 Sekunden überflog er fast die Ziellinie.  Er war der einzige Paddler unter 50 Sekunden, gefolgt von Gerhard Schmid aus  Österreich, der sich die Silbermedaille mit einer Fahrzeit von 3,94 Sekunden Abstand auf den Erstplatzierten holte, gefolgt vom deutschen Paddler Yannic Lemmen.

Nejc Znidarcic nach seinem zweiten Sieg: "Ich mag den Eiskanal sehr, weil dieser wirklich eine starke technische Leistung verlangt. Mein Ziel für dieses Jahr ist definitiv die Weltmeisterschaft 2015 in Wien". Der Trainer der slowenischen Nationalmannschaft Srecko Masle war sehr stolz auf seine Sportler: "Der Eiskanal ist ein künstlicher Kurs, in welchem die Sportler eine Fülle von Fähigkeiten abverlangt wird, um dort auch schnell zu fahren. Der 1. ECA-Sprint-Cup in Augsburg ist eine sehr gute Idee, wie Athleten mehr Vorbereitungs-Wettbewerbe auf diesem Niveau benötigen, um sich untereinander im Vorfeld der WM vergleichen zu können.

Peter Znidarsic /Luka Zganjar aus Slowenien gewannen das ausgelobte Preisgeld und beide Rennen in der Kategorie C2: "Es ist ein sehr schwieriger Kurs wo man eine Menge Zeit im Oberteil verlieren kann. Wir hatten keinen einzelnen guten Lauf während des Trainings und der Qualifikation, aber im Finale war es einfach perfekt." Silber-Medaillengewinner waren Michal Sramek und Lukas Tomek (Tschechien) am Samstag und sie holten sich Bronze am Sonntag. Peter Draxl und Manuel Filzwieser (Österreich) holten sich mit 1,05 Sekunden Abstand zu den Siegern den zweiten Platz am Sonntag in einer fulminanten Final - Offensive.

Am Samstag ging nachmittags ein Gewitter nieder und die Organisatoren ließen den Wettkampf so lange unterbrechen bis sich das Gewitter verzogen hatte. Sicherheit geht vor, aber dann ging es Schlag auf Schlag weiter mit dem Finallauf. Vor allem am Sonntag besuchte eine große Zahl an Publikum die Wettbewerbe, die bei strahlendem „Muttertags“ - Wetter eine tolle Veranstaltung genießen konnten, unter Ihnen die Gewinner des 1. Paddle-Awards – die Zeremonie fand am Samstagabend im Rathaus im "Goldenen Saal" von Augsburg statt – wie Paddle Award Gewinner (Kategorie Sportsmann) Hank Mc Gregor, oder der Paddle Award Gewinner (Kategorie Lebenswerk)  Eric Jackson, der auch auf der 1. Europacup in Boater Cross teilnahm, welches am gleichen Wochenende auf dem Olympiakanal stattfand. Paddle Award Gewinnern Freya Hoffmeister ließ es sich nicht nehmen (Kategorie Sportsfrau) im Anschluss an die Wettkämpfe am Sonntag nachmiitag dann noch im Topo Duo den Olympiakanal zu befahren, desgleichen Hank Mc Gregor. Ihr Bootsmann war Peter Micheler, der gemeinsam mit Freya Hoffmeister dann zum Abschluß  noch die Eskimorolle mit ihr vorführte (sie meisterten dies übrigens souverän, auch zweimal hintereinander kein Problem).

Anu Shrestha aus Nepal und ihre Kollegin Katayoon Ashraf aus dem Iran, zwei starke Frauen im Kanu-Sport (sie kämpfen für Gerechtigkeit und Rechte der Frauen im Rahmen des Projektes "Expand and Extend" (Gewinner des Paddle Sport professional Award) zeigten großes Interesse und Freude am Wildwasser Kanusport  an beiden Wettkampftagen. "Es ist ein harter Kurs für Frauen auf dem Eiskanal aber wir sehen, dass jeder kämpft, um zu gewinnen. Wenn Frauen lernen, in und für ihren Sport zu kämpfen, lernen sie auch, für gleiche Rechte in ihrem Leben zu kämpfen. Dies ist die wichtigste Sache, die wir versuchen können, entsandten Frauen mit unseren schönen Sport auch mit Wildwasser Kanu zu helfen. Ich möchte gute Erinnerungen aus den Wettbewerben zu den Menschen in mein Heimatland bringen und besonders junge Frauen motivieren, die Möglichkeiten nutzen, selbst eines Tages daran teilzunehmen."

Dank vom Ausrichter an die teilnehmenden Wildwasser Sprint Kanuten, sie meisterten den stark pulsierenden Olympiakanal sehr gut, besonders zu bewundern die Jugend / Juniorenfahrer, die hier auch erste Erfahrungen sammeln konnten.

Kanu Schwaben als Veranstalter von diesem großen Kanu-Ereignis-Wochenende in Augsburg war sehr zufrieden mit den Veranstaltungen und besonders Karl Heinz Englet und Horst Woppowa, die beiden herausragenden „Macher“ an vorderster Front freuten sich über die zahlreich vertretenen  teilnehmenden Nationen und die tollen Sportlerinnen und Sportler und die guten Kontakte mit ihnen und ihren Trainern vor Ort in Augsburg. Die Schwabenkanuten haben wieder einmal bewiesen, dass sie nicht nur Slalomwettbewerbe sondern auch andere hochrangige Wettkämpfe ausführen können und dies alles mit einem ehrenamtlichen Mitgliederteam, welches Jahr für Jahr sich für den Kanusport begeistert engagiert. Ein neuer Sportsgeist durch zwei Veranstaltungen hat sich gebildet – Spannung pur vom Anfang bis zum Ende und begeisterte Zuschauer in Augsburg! Die Medien zeigten großes Interesse am Großereignis in Augsburg.

Im 1. ECA Boatercross siegten übrigens im Finale vier Schwabensportler 1. Alexander Grimm, 2. Jürgen Kraus, 3. Lukas Kalkbrenner und 4. Platz Fabian Dörfler. Da war das Wochenende natürlich doppelt so schön für den Ausrichter, wenn ihre Slalomspezialisten auch im Boatercross die Nase vorne haben.

von Marianne Stenglein

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