Nur einmal Edelmetall für die Deutsche Mannschaft bei der EM in Bovec/Slowenien

Nur einmal Edelmetall für die Deutsche Mannschaft

Wildwasserkanuten holen Bronzemedaille bei der EM in Bovec/Slowenien im Team Bewerb der Damen

Eher durchwachsen war die Bilanz der deutschen Wildwasserkanuten bei der Europameisterschaft in Bovec/Slowenien. Die Ausbeute war nicht ganz im Sinne des Teams und so gab es am Ende nur eine Medaille. Die Deutsche Damen Mannschaft sicherte sich im Langstrecken Rennen eine Bronzemedaille.

Im Großen und Ganzen waren diese Europameisterschaften für das deutsche Team weniger erfolgreich, denn der dritte Platz der Damen blieb die einzige Medaille in Slowenien. In der Besetzung Alke Overbeck (KG Celle), Janina Piaskowski (KC Fulda) und Lisa Köstle vom KK Rosenheim gelang hinter den siegreichen Mädels aus Tschechien und den Französinnen ein ausgezeichneter Stockerlplatz auf Rang drei.

Die Zusammensetzung der deutschen Damen wurde nach dem Einzel festgelegt. Alke Overbeck fuhr bei diesem Rennen auf Platz fünf, Piaskowski wurde elfte und Lisa Köstle zwölfte. Die vierte deutsche Dame Sabine Füsser (KSA Augsburg) kam auf Position dreizehn und verfehlte somit knapp die Qualifikation für die Mannschaft, denn nur die drei besten deutschen Mädels durften an den Start gehen. In der Klasse der Einer Kanadier Damen fuhr Maren Lutz (BW Köln) auf Platz fünf.

Knappe Entscheidung im Sprint

Nach den Langstreckenrennen standen auch noch die Sprint Rennen auf dem Programm. Es ging sehr knapp her und man darf sich bei einem Lauf mit einer Zeit von knapp über einer Minute keine Fehler erlauben. Das gelang in der Endabrechnung keiner der deutschen Damen so richtig und somit gab es auch für die deutsche Favoritin Alke Overbeck kein Edelmetall. Sie landete am Ende auf dem zehnten Platz. Lisa Köstle wurde elfte vor Sabine Füsser und Janina Piaskowski. Die besten drei starteten im Sprint Team Bewerb und hier sprang am Ende der undankbare vierte Platz hinter Tschechien, Italien und Frankreich heraus. Lediglich 1,46 sec. fehlten zur Bronzemedaille, aber so ist nun mal der Sport. Wie im Langstreckenrennen kam auch im Sprint Maren Lutz auf den fünften Rang.

Herren blieben unter ihrem Leistungsniveau

Wenig erfreulich lief es für die deutschen Herren bei den Europameisterschaften. Leider konnte keiner der vier Herren die gewünschte Leistung bringen. Besonders enttäuscht dürfte Nico Paufler vom Kajak Klub Rosenheim sein, denn er musste nach den Langstreckenrennen  erkrankt abreisen. Noch am Samstag vor den Europameisterschaften wurden die Deutschen Meisterschaften in Rheine ausgetragen. Dort stand das Marathonrennen über 29 km auf dem Programm und  Paufler konnte seine zu dieser Zeit tolle Form unter Beweis stellen. Er wurde Deutscher Meister im Marathon. Bei der EM im Langstrecken Rennen lief es schon nicht mehr nach Wunsch und er paddelte auf den 7. Platz, war aber dennoch bester Deutscher. Tobias Kroener vom  PG Kelsterbach, welcher erstmals auf einer internationalen Meisterschaft der Senioren dabei sein durfte, belegte den 11. Rang. Tim Heilinger, welcher normalerweise im Einer Kanadier unterwegs ist, musste kurzfristig auch im Kajak antreten, da das schnellste Teammitglied, Finn Hartstein, aus privaten Gründen nicht an der EM Teilnehmen konnte. Tim zeigte starke und schnelle Verbesserungen im Kajak und wurde im Langstreckenrennen 12. Yannic Lemmen vom  KC Düsseldorf landete in der Endabrechnung aus Platz 32.

Im Team Rennen gelang Nico Paufler mit seinen Mannschaftskollegen Tobias Kröner und Tim Heilinger der undankbare vierte Platz. Ausschlaggebend waren mehrere kleine Fahrfehler (Dreher), die am Ende eine Medaille kosteten. Anschließend musste Paufler dann krankheitsbedingt aus Slowenien abreisen und konnte bei den Sprintrennen nicht mehr an den Start gehen.

Beim Sprint der Herren wurde es auch nichts mit dem erhofften Edelmetall. Yannic Lemmen beendete das Rennen als Sechster und Tim Heilinger fuhr auf Position zwölf. Tobias Kroener konnte sich leider nicht für das Finale qualifizieren. Dennoch waren die Herren mit Yannic Lemmen, Tim Heilinger und Tobias Kroener im Team am Start und belegten einen weiteren undankbaren vierten Platz.

In den Canadierdisziplinen der Herren waren keine deustchen Teilnehmer am Start und auch der deutsche Damen C2 kam nicht zum Einsatz, da dieser Bewerb mangels internationaler Konkurrenz gestrichen wurde.

Insgesamt kann die Nationalmannschaft mit den Ergebnissen nicht zufrieden sein. Vor einigen Jahren übernahm Deutschland noch die Weltspitze. Im Moment aber sind die finanziellen Ressourcen des Deutschen Kanuverbandes sehr eng und auch die Deutsche Sporthilfe unterstützt diesen professionellen Natursport nicht mehr. Somit können keine Wildwasserlehrgänge und auch andere Trainingslager mit der Mannschaft durchgeführt werden, was sie allerdings wieder zur Weltspitze zurückbringen würde.

alle Videos der EM-Rennen:

- Classic Einzel

- Classic Team

- Sprint 1. Lauf

- Sprint 2. Lauf

- Sprint Finale

- Sprint Team

- Ergebnisse   https://www.canoeicf.com/ca/node/179