Junioren & U23 Wildwasser WM, Renntag 1 - Medaillensatz bereits komplettiert

Dienstag, 4. August, 6:00. Beginn des ersten Wettkampftages der Junioren und U23 Wildwasser Weltmeisterschaften im amerikanischen Bryson City. Die deutschen Junioren machen sich bereit für ihre Classic Einzel-Wettkämpfe. Aufgrund des regen Rafting-Betriebes auf dem Nantahala River müssen die diesjährigen Junioren Wettkämpfe früh morgens und die Rennen der U23 spät abends statt finden. Dank sehr engagierter Trainer und Betreuer konnten auf der doch recht kurzen
Classic-Wettkampfstrecke drei Zwischenzeiten besetzt werden.
Bereits im ersten Rennen der männlichen Junioren im C1 konnte Moritz Fladung mit einer Top 5 Platzierung überzeugen.
Es folgten die weiblichen Junioren im K1. Hier konnte die jüngste Sportlerin des Teams und Fahnenträgerin, Verena Sülzer, einen fünften Platz einfahren. Auf den weiter Platzierungen folgten Isabel Prijon auf dem 10. und Meghan Jaedicke auf dem 12. Rang.

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Gold für Marcel Paufler - Junioren und U23 Wetmeisterschaften

Junioren und U23 Weltmeisterschaft Nanthala River (USA) 03.-07.08.2015

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 der Blog des deutschen Teams:


 

Tag 8 – 07.08.2015

 

 

Es hat die ganze Nacht geregnet und auch noch früh am Morgen tropft es ganz fein. Die Temperaturen haben dazu etwas abgekühlt, aber es ist immer noch warm, feucht warm. So langsam riecht es in der Unterkunft aus allen Zimmertüren unangenehm, auch aus den Toiletten strömen Gerüche, an denen man merkt, dass es ernst wird!

 

Heute stehen die Finals an, am Morgen sowohl bei den Junioren als auch bei den U23 Sportlern. Zuerst wieder die: ____! Jawohl, ganz recht, die C1er. Kann man als Mama aufgeregter sein als der Sportler? Definitiv: JA! Moritz hält was er gestern versprochen und vorgelegt hat. Nach einem super schönen Lauf Platz 3 (wohlgemerkt, Bronze). Die Freude ist super groß. Er ist noch keine Sekunde im Ziel rappelt schon mein Handy, Till mit den Glückwünschen. Dann Pauline, dann die Omas und der Opa und Jonathan. Die Familie und Deutschland fiebert mit – vielen Dank dafür! Weiter geht es mit den Mädels. Hier belegen Meghan, Verena und Isabel die Plätze 4, 8 und 12. Glückwunsch dafür! Dann die Junioren: Jannik startet durch und belegt einen hervorragenden 3.Platz, er strahlt über das ganze Gesicht. Super gemacht, gratuliere! Nico auf Platz 15. Den Abschluss der Junioren bildet Lea Sophie im C1. Wie sagte sie so schön unter Tränen der Rührung nachher: Ich habe mir vorgenommen unter die ersten 5 zu kommen und das ist sie dann auch punktgenau. Sie hat sich heute noch einmal steigern können und strahlt mit Platz 5 übers ganze Gesicht. Herzlichen Glückwunsch!

 

Sollte man meinen, dass man sich nun eine Pause als Antreiber und Zeiten-Checker verdient hätte, so war man auf dem falschen Dampfer. Es ging gleich mit den U23 Sportlern weiter. Zunächst Janosch im C1, der einen guten 10.Platz einfuhr. Trockener Kommentar von ihm: Ich hab die Classic Distanz halt lieber. Dann auch hier die Mädels, ich sage euch, die Stimmen der anfeuernden Schlachtenbummler werden immer rauer! Katharina fährt sauber auf Platz 8 und Jil macht es uns aufregend. Nach einem zunächst tollen Lauf auf Platz 1 rutscht sie dann doch auf Platz  4. Das scheint heute das Schicksal der deutschen Mädels zu sein. Wir freuen uns aber über Platz 1 der Schweizerin Melanie, herzliche Glückwünsche aus Deutschland! Nun die Jungs: Yannic, Finn und Björn geben alles und steigern die Spannung. Yannic fährt auf Platz 9, Finn auf Platz 6 und Björn ereilt das selbe Los wie den Mädels. Er rutscht auf Platz 4.

 

Mittags dann die erste Siegerehrung über die Classic-Distanzen am Fluss. Wir hören die Tschechische Nationalhymne so oft, es ist kaum zu ertragen. Eine richtig starke Nation im Bereich der Langstrecke. Aber, wie ihr wisst, wird auch zwei Mal die Deutsche Nationalhymne gespielt und dabei wird kräftig mitgesungen. Das ist schon sehr schön und ergreifend! Ralf nimmt im Anschluss an die offiziellen Ehrungen noch die Medaille für die Nation der „Mens Best Kayak Classic“ entgegen. Alles andere räumen auch hier wieder die Tschechen ab.

 

In der langen Mittagspausenzeit ist Packen angesagt, alles was man nicht mehr benötigt wird für den Flug vorbereitet. Dabei wird Yannic noch von einer Biene oder so etwas gestochen und bekommt einen hochroten Körper und Pusteln auf dem Bauch. Schnell organisiert Sebastian beim französischen Arzt ein Antihistamin, er bekommt Eis auf die Einstichstelle und auf den Bauch und wird von allen Seiten umsorgt. Nun hoffen wir, dass er trotzdem heute Abend noch Mannschaft fahren kann. Da hatten Janosch und Moritz F. ja ganz schön Glück, dass sie bei ihren Stichen nicht so stark reagiert haben.

 

Wenn ich hier so auf meinem Balkon sitze und in den Wald um mich herum schaue, die extrem lauten Grillen und den Fluss unten rauschen höre, dann kommt schon ein bisschen Wehmut auf, diesen Ort zu verlassen. Auf der anderen Seite freuen wir uns alle auf zu Hause, die lieben Menschen dort, die mit uns gefiebert haben, zu treffen und vor allen Dingen auf ordentliches Brot und Mineralwasser...!

 

Wie der Tag heute noch endet werde ich morgen im Flieger schreiben. Denn nach den Mannschaftsrennen ist gleich das Abendessen und die zweite Siegerehrung und dann wollen wir ja noch ein bisschen feiern, gell.


 

 

Tag 7 – 06.08.2015

Heute also die Sprintläufe, morgens um 8:30 Uhr starten die Junioren. D.h. für die ersten wieder Frühstück um 6 Uhr morgens, eine Quälerei. Das Wetter ist trüb, die Wolken hängen tief und es sieht nach Regen aus. Trotzdem ist es warm dabei. Gott sei Dank haben wir selten so ein Wetter daheim. Wenn man sich mit frischen Handtüchern abtrocknen will, sind die schon klamm und feucht. Nix für mich!

Also, Moritz F. wieder mal als Erster am Start. Das ist halt das Los der C1er, aber dann hat man es auch schnell hinter sich. Das muss er sich auch gedacht haben, denn er legte einen super ersten Lauf hin und qualifizierte sich gleich auf Platz 3 fürs Finale und musste nicht mehr ran. Tja, da konnte er dann ganz entspannt den anderen beim 2.Lauf zuschauen – wenn ich ehrlich bin, ich auch, und zwar mit einem breiten Grinsen!

Dann die Damen: Hier qualifizierte sich Meghan auf Platz 2 gleich fürs Finale. Auch sie konnte, wie Moritz, ihre Teamkolleginnen im zweiten Lauf anfeuern. So fuhren souverän Verena und Isabel alles in trockene Tücher, leider reichte es für Lisa nicht. Hierzu muss gesagt werden, dass Lisa lange Zeit krank war und kaum trainieren konnte. Ich wünsche ihr von Herzen, dass es ein andermal besser für sie läuft.

Später die Jungs: Jannik auch hier gleich in seinem ersten Lauf qualifiziert, Nico, Sven und Moritz mussten noch mal ran. Im zweiten Lauf kam dann Nico noch weiter, leider seine Mannschaftskameraden nicht. Es ist halt auch ein riesiges Starterfeld und nicht so einfach, sich da durchzusetzen.

Ganz zum Schluss noch die C1 Juniorinnen mit unserer Starterin Lea, die im zweiten Lauf auf Platz 7 fuhr und sich somit qualifizierte.

An dieser Stelle sei auch mal an all die  Eltern/Betreuer gedacht, die zu Hause mitfiebern oder an der Strecke stehen und sich die Kehle aus dem Leib brüllen (Sabine und Matthias sind kaum noch zu verstehen) und Adrenalin ohne Ende produzieren und es nicht in sportlicher Betätigung abbauen können. - Okay, Gedenkminute vorüber!

Michael und ich haben dann wieder mit dem Auto einen Ausflug unternommen und sind eine große Runde durch den Nationalpark und den angrenzenden Nationalpark und den daran angrenzenden Nationalpark …. gefahren. Dabei haben wir viel erlebt, ehrlich, also Wald und Wald und anderen Wald, Kurven ohne Ende (Dragons Gap: eine bei Motorradfahrern beliebte kurvige Gebirgsstraße, die es wirklich in sich hat, denn nach einer Stunde Kurven fahren in engsten Abständen wurde es mir sogar beim Selber fahren schlecht!!!). Aber auch eine amerikanische Touristenstadt, mitten im Wald, mindestens 3-4 km lang, rechts und links an der Straße eine Rummel-Kitsch Attraktion nach der anderen und (ungelogen) tausende Amerikaner sämtlicher Breite, die sich von Kartbahn, zu Wonderland, zu Waffle House, zu Geisterbahnen und und und vorwärts schieben. Hätte ich es nicht fassungslos mit eigenen Augen gesehen – ich könnte es nicht glauben. Aber auch wunderschöne Ausblicke weiter weg auf einem Turm, ringsherum reine Natur.

Am Abend dann die U23-Läufe, ähnlich spannend wie am Morgen. Auch hier die C1er mit Janosch zuerst, der sich im zweiten Lauf qualifizierte. Dann die Damen: Jil schlug die gleiche Taktik wie Moritz F. ein und wollte nur einmal fahren. Reichte auch mit ihrer 5.Platzierung! Katharina musste noch mal ran, sicherte sich dann aber auch einen Finalplatz. Die Jungs rundeten das Ergebnis ab, Finn voran mit Platz 5 (wahrscheinlich hat er sich gedacht, was Jil kann, kann ich auch...) und Yannic und Björn brauchten für den besonderen Kick noch den zweiten Durchgang. Sonst wäre es ja für die zuschauenden Eltern zu langweilig gewesen, gell Björn! Leider ist Marcel nicht ins Finale gekommen, aber er hat ja schon auf der Classic-Strecke eine Punktlandung hingelegt!

Zum Schluss, und kurz vorm Verhungern und Dunkel werden, haben sich dann noch spontan Janosch und Moritz F. in ein uraltes, am Heck rosa glitzerndes, C2 Boot der Amerikaner gesetzt, um gemeinsam die Sprintstrecke zu befahren. Sah gut aus, wirklich, und mit dem Kahn auf Platz 7 von 9 zu fahren, hat Potential, würde ich sagen!

Na, dann bis morgen, es wird ernst, Leute, drückt die Daumen!


 

Tag 6  -  05.08.2015

An aller erster Stelle möchten wir all den Moritz-Moritz-Jils überall auf der Welt danken, die uns mit ihrem super tollen Video unterstützen und an uns denken und uns die Daumen drücken und uns gedanklich begleiten und an uns glauben: HERZLICHEN DANK – IHR WARD SUPER!!!!!!!!!!!

Zweiter Renntag: Es ist schwül warm, schon am Morgen drückt die Temperatur, obwohl es in der Früh noch ganz frisch ist im Schatten und am Fluss. Nebel hängt in den Baumwipfeln und in einer niedrigen Schicht über dem Fluss, die ersten Sonnenstrahlen treffen das Tal. Mystische Stimmung. Heute stehen die Mannschaftsrennen auf der Classic-Strecke an. Die Zwischenzeitnehmer werden mit dem Auto auf ihre Plätze verteilt, die Sportler der Junioren machen sich startklar. Die K1 Mannschaft der Damen: Meghan, Verena, Isabell lassen alle Zwischenzeitnehmer bangen, denn sie stehen zeitgleich mit den Belgierinnen und den Französinnen und kämpfen um Platz 2. Hier müssen lange Minuten abgewartet werden, bis alle im Ziel sind und man die definitive Zeitmessung erhält. Bei den männlichen Junioren (Jannik, Nico, Sven) sieht es von Anfang an deutlicher aus: Sie fahren auf die Goldmedaille zu - ein starkes Team, nicht zu bremsen. Im Ziel ist dann auch die Frage mit den Mädels geklärt: Silber für Deutschland! Selbst die Sonne kann ihre Strahlen nicht so entfalten wie es die Gesichter der Junioren und Juniorinnen es tun. Gold und Silber für Deutschland, was für ein Rennen!

Auch heute wieder versuchen Michael und ich einigen Sportlern das Eingesperrtsein auf dem Gelände zu unterbrechen. Mit Finn, Janosch, Moritz F., Jil und Katharina fahren wir nach Bryson City zu Ingles, um auch ihnen mal das Regal mit dem übergroßen Angebot an Chipstüten zu zeigen. Selbst dieser kleine Einkauf gibt einen Einblick in die amerikanische Kultur. Weiter geht es zum Bryson National Park. Hier laufen wir, natürlich auch im Wald, einen kleinen Bachlauf entlang zu einem Wasserfall, Indian Creek Fall. Recht hübsch, und es sind doch tatsächlich eine Menge zu Fuß laufender Amerikaner unterwegs, alle bewaffnet mit kleinen runden Tubes (Schlauchbooten), auf die sie sich dann setzen und damit den Bach hinunter treiben. So laufen sie in Badesachen, aussehend wie Schildkröten, mit ihren Tubes bis zur Einstiegsstelle und gleiten dann quietschend und schreiend das Wasser hinunter. Wären unsere 5-10 Jahre jünger, sie hätten sicherlich auch ihren Spaß. Heute allerdings kommentieren sie recht abgebrüht das Geschehen! Wir laufen 200 feet weiter und sind beim Wasserfall – recht nett! Die Jungs klettern außen entlang hoch und die Mädels machen Fotos. Dann müssen wir uns beeilen, um rechtzeitig zur mittäglichen Mannschaftsbesprechung zu kommen.

Am Abend, nachdem das Fußballspiel Bayern München gegen Madrid (oder war es Mailand?) geschaut wurde, stehen die U23 Mannschaftsläufe an, Ortszeit 18:45 Uhr. Wieder das Verteilen der Zwischenzeitnehmer und das Parat machen der Sportler. Folgende Mannschaften starten:

C1 Mannschaft: Janosch, Moritz F., Jannik

K1 weiblich: Katharina, Jil, Verena

K1 männlich: Björn, Finn, Yannic

Leider war die C1 Mannschaft nach anfänglicher 3.Platz Zwischenzeit nicht mehr in der Lage voll durchzupaddeln. So lag die Hoffnung bei den anderen Mannschaften. Jeweils auf Platz 1 in den oberen Zwischenzeiten kamen beide Mannschaften jedoch dann als Silbermedaillen-Gewinner ins Ziel. Ehrgeizig sind sie ja schon, die Sportler, so war die Freude gerade bei den Jungen verhalten. Aber, hej, Platz 2 – Silber, das ist doch was, oder ??

Wir werden sehen, was der morgige Tag bringt. Neue Disziplin, neues Glück, die Karten werden neu gemischt. Wir sind gespannt!

P.S.: Wir beglückwünschen Timo in Deutschland ganz doll zu seinem Seepferdchen! Applaus!!!!!


 

Tag 5  -   04.08.2015

Wir waren bei der Zeremonie stehen geblieben. Ja, um 17:00 ging es also in voller Einkleidung und mit Fahne runter zum Fluss auf den staubigen Parkplatz des Centers. Dort haben sich die Nationen eingefunden und nach den ersten Fotoshootings marschierten die Sportler offiziell ein und sammelten sich vor dem Hauptgebäude. Es begrüßten Gott sei Dank nur drei wichtige Leute die Sportler, darunter Jens Perlwitz, der dann die WM eröffnete. Die Fahnen hingen schon und zwei Musiker spielten kurz mit Countrymusik auf, wozu spontan ein paar Sportler wild tanzten. Und schon war die Feierlichkeit vorbei – kurz, aber schmerzlos!

Nun zum heutigen ersten Renntag. Früh schon fing das erste Rennen (Classic) an, denn die Zeiten müssen um den Rafting-Betrieb herumgebastelt werden. So mussten die Junioren um 6 Uhr frühstücken und Moritz F. (wie immer einer der ersten) nahm schon den ersten Shuttle-Bus um 7.15 an die Strecke. Nach und nach wurden die Zwischenzeitnehmer an ihren Positionen ausgesetzt und die restliche Mannschaft hat sich fertig gemacht. Die U23 Sportler konnten ein bisschen länger schlafen, denn deren Rennen war erst abends um 18:30 Uhr. Doch auch sie machten sich dann langsam auf den Weg, um ihre Kollegen anzufeuern. Michael und ich positionierten uns auf einem Stein an den Falls, um wieder einmal Fotos zu machen. Dabei unterhielten wir uns nett mit einem NOC-Guide, der als Retter fungierte. Er erzählte uns, dass das ganze Unternehmen in der Saison an die 1000 Angestellten hat. Ist schon wahnsinnig groß!

Die Rennen liefen mit Minuten-Starts, so war es mit den Zwischenzeiten kein Problem. Alle kamen sauber durch und sind mit ihren Ergebnissen am ersten Renntag zufrieden. Und der ein oder andere mehr als das, denn Sven fuhr für Deutschland die erste Silbermedaille ein. Das war dann doch ein fulminanter Start! Und herzlichen Glückwunsch dafür! Hier die restlichen Ergebnisse: Moritz F. im C1 Platz 5, Verena Platz 5, Isabell Platz 10, Meghan Platz 12, Nico Platz 9, Jannik Platz 5, Moritz Z. Platz 22 (alle K1), Lea Sophie im C1 Platz 7.

Da nun bis zum U23 Start genügend Zeit vorhanden war, unternahmen Michael und ich mit den beiden Moritzen und Meghan einen Ausflug ins Umland. Es tut den Sportlern gut, einmal aus dem Lager rauszugehen und auf andere Gedanken zu kommen. Erster Stopp war wieder in Cherokee an bekannter und vom Physio Sebastian gestern für gut befundener Hamburger Bude. Double Bacon Burger, oder so! Weiter ging es in den National Park der Smokey Mountains. Hier läuft eine Straße durch das endlose Waldgebiet bis hinauf auf den höchsten Berg. Man kann es sich ein bisschen wie die Wasserkuppe in der Rhön vorstellen. Alle Parkplätze belegt, eine Menge Trubel. Aber eine herrliche Aussicht über die endlosen bewaldeten Hügelketten. Wenn man dann endlich einen Parkplatz gefunden hat, geht man einen geteerten Weg hinauf bis zu einem Turm. Auf diesen gelangt man auf einer Rampe, die sich einmal im Kreis hochschraubt bis zur Plattform. Von dort hat man einen herrlichen Rund-Umblick. Wirklich schön!

Nach einem kurzen Eis-Stopp mit riesiger Eistüte und riesigen Eisbällchen in einer richtig coolen, auf alt amerikanisch gemachter Bar, ging es wieder ins Outdoor Center, denn die U 23 Wettkämpfe standen an. Da diese 30 Sekunden Starts hatten, rechneten die Fachleute schon mit Chaos in der Zeitmessung. Und so kam es dann auch. Die K1 Frauen waren teilweise auf einem Punkt am unteren Fluss und Starnummer 20 überholte 17,18,19 (oder so ähnlich). Spannend sollte es dann noch bei den Herren werden. Auch hier waren die Sportler super erfolgreich und holten Gold und Bronze! Herzlichen Glückwunsch an Marcel für hervorragendes Gold und Finn für sein (von ihm) unverhofftes Bronze. Auch hier noch einmal alle Ergebnisse: Björn Ba. Platz 10, Yannic Platz 18, Katharina Platz 5, Jil-Sophie Platz 8 und Janosch im C1 Platz 5.

Ein spannender und erfolgreicher Wettkampftag, der auf die Mannschaften Morgen hoffen lässt neigt sich zu Ende.


 

Tag 4   -   03.08.2015

 

 

Es ist kaum zu glauben, auch heute scheint wieder die Sonne. Was haben wir doch für ein Glück mit dem Wetter. Frühstück im Verpflegungshaus: Der Koch stöhnt über die Fressorgien der Paddler – sie würden ihn die letzten Haare kosten (er hat aber noch einiges unter seiner Wollmütze zu bieten), die Vorräte wären noch nie so schnell zur Neige gegangen. Wer einmal Paddler bewirtet hat, weiß, von was er redet! Da sieht die erste Runde so aus: Rührei, Pommes und Bacon, vielleicht noch mehrere Brote dazu. Die zweite Runde dann ein Teller voll Pancakes und so eine Art „Arme Ritter“ mit Ahornsirup.

 

Im Anschluss daran sind die Sportler das letzte Mal zum Training aufgebrochen. Noch einmal die Strecke getestet und das ein oder andere für sich noch herausgefunden. Währenddessen haben die Erwachsenen versucht, den Sportlern einen Ausflug zu organisieren. Und das war wieder einmal typisch amerikanisch. Wir fragten einen der Organisatoren ( den „großen Chris“, es gibt noch einen „kleinen Chris“), ob es eventuell einen Shuttle für unsere Mannschaft noch Cherokee geben könnte. Und sofort war er am nachdenken und organisieren und zusagen, dass er versucht, es uns möglich zu machen. Es dauerte seine Zeit, aber wir hatten dann pünktlich um 12 einen Fahrer, einen Van für die Sportler und eine Empfehlung für das Ziel. Und das für umsonst!

 

 

So sind wir mit allen Sportlern und Betreuern nach Cherokee gefahren. Dort stand der Besuch des Indianer Museums an, auch hier gab es für die Nationalmannschaft einen Sonderpreis mit dem Wunsch der Museumsleitung, ein Foto vor dem Museum mit ein paar Indianerinnen machen zu dürfen. Die Menschen sind hier alle so nett, es ist unglaublich. Ich finde ja, wir Deutschen sollten uns da mal ein Vorbild nehmen und es nicht nur belächelnd als Oberflächlichkeit abtuen, denn es hebt schon die Stimmung und fördert ein nettes Zusammensein. Na, auf jeden Fall war das Museum nett gemacht und hat einen Einblick in die Jahrtausend alte Kultur der Cherokees gegeben. Schade, dass man davon in Deutschland nicht so viel weiß und immer nur die Französische Revolution im Geschichtsunterricht durchkaut (ich glaube, 2-3 Mal in einem Schulleben?).

 

Nach dem Museum stand noch die Besichtigung des Städtchens an. Rechts und links der Straße Holzhäuser mit Indianergeschäften und dazwischen Verkehr. Wenig spannend, aber immerhin sehr typisch für eine amerikanische Stadt hier im Süden. Die Jungs, groß und klein (altersmäßig gesehen), haben mehr auf die Fahrzeuge und Motorräder geachtet, die Mädchen haben sich auf die süßen Verführungen der Esskultur gestürzt. Und als unser Fahrer mit Donuts kam, die wir unbedingt probieren müssten, war der geringe Shopping-Anreiz, der diese Stadt zu bieten hatte, wieder wettgemacht. Dann ging es gut gestärkt wieder Richtung Nantahala Outdoor Center, doch ein privates Auto musste unbedingt noch einen Stopp im Local Harley Davidson Store machen für die Daheimgebliebene (Namen nennt die Autorin nicht).

 

 

Heute Abend ist noch die offizielle Eröffnungsfeier, dazu morgen mehr.

 


Tag 3  -   02.08.2015

 Auch heute Nacht hat es wieder schön abgekühlt, sodass man gut schlafen kann. Allgemein sind die Temperaturen angenehm. Und da wir uns in einem Waldgebiet befinden, findet man auch immer ein schattiges Plätzchen. Morgens und abends kann man dann gut auch mal eine lange Hose oder ein Sweatshirt gebrauchen – wunderbar.

Der Morgen fing wieder mit Gymnastik auf dem Parkplatz an, diesmal waren auch alle Zimmer da.  Danach Frühstück und zur ersten Trainingseinheit aufs Wasser. Da so früh am Morgen noch keine Rafter am Fluss sind, ist es perfekt zum Trainieren. Allerdings fand heute schon sehr früh eine amerikanische Meisterschaft statt, sodass diese erst abgewartet werden musste. Aber da sie so klein und überschaubar war, ging das relativ schnell über die Bühne.

Zuerst stand die Classic Strecke an, danach ein paarmal der Sprintbereich. Wir Eltern können schön zuschauen und haben mittlerweile auch mit den Fotoapparaten die richtigen Steine ausgesucht. Michael stand heute auch mal mitten im Wasser, bis ihm die Füße fast abfroren. Aber er hat bis zum letzten Paddler/in durchgehalten – Einsatz ist nicht nur von den Sportlern gefragt!

 Kurz vor Mittag die Videoanalyse im Quartier, dann Mittagessen und ausruhen. Leider erleben die Sportler die weitere Umgebung nicht. Für die meisten ist es ja das erste Mal, dass sie in Amerika sind. Insofern wäre ein Sightseeing bestimmt schön.

 An ihrer Stelle haben die Eltern (Maja, Holger, Michael und Eva) heute gemeinsam einen Ausflug Richtung Nantahala Lake unternommen, um zu schauen, woher das Wasser kommt, auf dem ihre Kinder paddeln. Wir fuhren auf immer kleiner werdenden Straßen in die grünen Hügel des Landes hinein. Rechts und links liegen verstreut Häuser, zunächst wohl noch Wohnhäuser, wobei man sich fragt, von was die Leute hier leben. Nähert man sich dem See, so werden es Ferienhäuser und man hat kaum noch eine Chance direkt an das Wasser zu kommen. Beim ersten Versuch landeten wir auf einem privaten Grundstück, wo die Gastgeberin gerade ihre Kirchengemeinde eingeladen hatte. Schade, es sah sehr nett aus, aber sie lud uns leider nicht ein.

 Doch dann fanden wir einen öffentlichen Zugang mit einem großen Anlegesteg, an dem die Leute, die ihre Ferienhäuser nicht direkt am Wasser haben, ihre Boote ins Wasser lassen können. Und das waren in der halben Stunde die wir dort waren eine ganze Menge. Sie fahren einfach rückwärts mit ihren Bootsanhängern ins Wasser bis das Boot schwimmt und dann wieder raus. Ruck zuck geht das, und wir wissen jetzt auch, warum die Autos alle so groß sind. Wasser – kein Problem, das Auto ist hoch genug!

 Wir fanden noch einen netten Parkplatz weiter oben in den Hügeln und starteten mal eine kleine Wanderung auf dem Apalachen Trail Richtung Süden. Wald, Wald, Wald, Bäume, Bäume, Bäume. Doch keine Aussicht, nur mal zwischen den Bäumen auf die Smokey Mountains, die auch wieder alle nur bewaldet sind. Bären haben wir auch keine gesehen, nur Vögel gehört und ab und zu ein Rascheln im Gestrüpp. Nach einer Weile drehten wir um, es gibt hier keinen wirklichen Gipfel um die Tour beenden zu können.

 Zurück zum Camp haben wir unterwegs unsere Paddler am Fluss gesehen und gleich angehalten. Moritz hat heute sein C1 Paddel bei der Kollision mit einem Raft abgebrochen, leider nicht sein Trainingspaddel! So hat er sich mit Jannik ein Paddel geteilt, der den Fluss auch noch einmal im C1 fahren wollte, bevor er die Mannschaft mitfährt. Michael kam daher gerade als Zubringer-Träger recht. Matthias ist bestens ausgerüstet und versucht, das Paddel wieder zu Trainingszwecken hinzubekommen. Ein Meister seines Faches und mit seiner Arbeit nicht wegzudenken!

 Ansonsten läuft alles gut, Morgen ist noch in der Frühe ein Training angesagt. Und dann wird es langsam ernst...

 P.S.: Und nun, lieber Timo und Jan, wird schön geschlafen. Ich sende euch ganz liebe Grüße aus Amerika, träumt schön.

 


Tag 2    -    01.08.2015

Der Tagesablauf der Sportler fing heute morgen um 7 mit Frühgymnastik an. Das Laufen hat sich hier erübrigt, denn es geht überall sehr steil nach oben und im Tal verläuft nur die Straße. Also recht schlechte Verhältnisse, um Joggen zu gehen. Dann gab es Frühstück und um 8:15 war Treffpunkt in voller Einkleidung, um ein offizielles Mannschaftsfoto zu schießen. Michael hat dafür einen netten blauen Nantahala Bus organisieren können der auch brav ins rechte Licht gefahren wurde. Nach ein paar Showeinlagen und mehreren Positionswechseln kamen doch recht nette Bilder zustande und ich finde, es ist eine tolle Gruppe. Sie machen sich nicht nur gut auf Fotos, sie sind auch sonst ein harmonisches Team und sehr nette junge Menschen.

Bei der anschließenden ersten Trainingseinheit, lag der Schwerpunkt auf der Sprintstrecke. Mehrere Linien wurden probiert und trainiert. Auch die längere Distanz wurde noch einmal angegangen. Nebenbei auch hier immer wieder begleitet von mehreren Fotografen und Filmern, zum einen, um die richtigen Lichtverhältnisse fürs Rennen herauszufinden und zum andern, um Videoanalysen machen zu können.

Währenddessen hat sich ein Teil der Eltern auf den Weg nach Bryson City gemacht, um die Wasser- und Obstvorräte zu erneuern. Aber auch, um sich in dem Städtchen mal umzuschauen. Wie kann man sich das vorstellen? Nun ja, bester Western: eine Hauptstraße, rechts und links Häuserzeilen mit Geschäften und Kneipen. Früher ritten die Leute mit Pferden durch und fuhren mit Kutschen, heute tuckern die großen Geländewagen gemächlich von Ampel zu Ampel. Das Städtchen ist nicht viel größer als Eichenzell (kleiner Ort bei Fulda), dafür hat es halt mehr Geschäfte.

Im Einkaufsmarkt vor der Stadt (Ingles) bekommt man alles – da fragt man sich schon, warum die Amerikaner so ungesund essen. Lange Reihen super frisches Obst und Gemüse, nett präsentiert. Auch die Fleisch und Fischtheke sah lecker aus. Aber dann halt auch andere Reihen... So z.B. eine ganze Reihe nur mit allen Varietäten an Chips. Süß, sauer, salzig, scharf, mild, mit Fett, ohne Fett, rot, grün, gelb, mit Essig, mit Honig, mit …

Am Nachmittag dann allgemeines chillen in der Unterkunft. Unsere Sportler intensivieren ihre Englischkenntnisse (sehr löblich, denn das in den Ferien) mit amerikanischem Fernsehen. Na, ja! Matthias ist dann in diesen Zeiten mehr als gefragt, um Boote zu reparieren.

Am Nachmittag dann die zweite Trainingseinheit auf dem Fluss. Die war allerdings chaotischer, denn hier werden an einem Tag in Hoch-Zeiten, und die haben wir, an die 2000 Gäste per Raft und Gummiboot herunter geschifft. D.h. Stau und Chaos an den Nantahala Falls: Rafts, Spielboote, Gummiboote, Sit-on-Tops neben, hinter und teilweise übereinander. Schwimmende und quiekende Amerikaner aller Hautfarben und dazwischen die zu trainieren versuchenden Rennsportler sämtlicher Nationen. Das führt zu Situationen die einem die Luft anhalten lassen. Erstaunlich dabei ist aber, dass alle Rafter keine Helme tragen, und das bei den doch sonst so reglementier-

freudigen Amerikanern! Auf jeden Fall gibt es jede Menge zu schauen...

Nun wird zu Abend gegessen, es werden Fotos sortiert und bearbeitet, es steht noch eine Teambesprechung an und dann kehrt Ruhe ein.


 

Tag 1 -  31.07.2015

Welch erholsame Nacht! Es kühlte angenehm in der Nacht ab, sodass wir alle gut schlafen konnten. Wir befinden uns mit unserer Unterkunft mitten in einem Wald. Um uns herum zirpen laut die Grillen, der Fluss ist entfernt auszumachen, Autogeräusche (das heißt in Amerika sattes dumpfes Tuckern) sind gedämpft zu hören.

Wir haben gestern ein komplettes Holzhaus bezogen mit mehreren Etagen und vielen Zimmern. Es steht am Berghang und hat durchaus Jugendherbergscharakter, aber irgendwie dennoch anders. Zu den Zimmern gehören kleine Balkone, es gibt einen Aufenthaltsbereich mit Sofa und Sesseln, einen großen Kühlschrank und eine große Kaffeemaschine. Direkt vor unserer Tür geht ein Trail durch den Wald auf die bewaldeten Hügel hinauf. Wir, Michael und ich, staunen beim Wandern über die Artenvielfalt der Vegetation. Ganze Waldbereiche sind mit riesigen Rhododendren gefüllt, jeder Baum scheint anders zu sein, es gibt riesige schwarze Schmetterlinge und nach dem Mittagessen haben wir kurz einen knallroten Vogel fliegen sehen.

Die Mannschaft wird in einem Restaurant-Holzhaus bestens versorgt. Dort gibt es dreimal täglich Essen: Frühstück mit Rührei und Speck, süßem Brot mit Ahornsirup, Obst und Jogurt. Das Mittagessen fiel heute unterschiedlich aus, je nachdem wann man kam. Abendessen war heute asiatisch angehaucht und sehr lecker. Der Koch sagt auf jeden Fall, dass er sich Mühe gibt, nicht typisch amerikanisch kochen zu wollen. Was auch immer das heißen mag!

Die Mannschaft hat heute morgen von den Cheftrainern Ralf und Gregor eine kurze „Erstansprache“ erhalten, und es ist schön mitzubekommen, wie ruhig und nett, aber dennoch bestimmt die Kommunikation und das Verhältnis der Trainer zu den Sportlern ist. Dann mussten zunächst die Trainer die Sportler akkreditieren gehen und sich mit den örtlichen Begebenheiten und Shuttle-Angeboten auseinandersetzen. In der Zeit haben alle ihre Boote ausgepackt und nach etwaigen Blessuren untersucht. Leider ist doch ein Materialschwund zu verzeichnen, so hat Jils Boot vom Flugtransport eine richtige Bruchstelle, obwohl das Boot bestens verpackt war. Auch Moritz Z. hat Materialschaden zu verzeichnen.

Dann ging es das erste Mal aufs Wasser, um die Classic-und Sprint Strecke zu begutachten. Einvernehmend erklärten die Sportler, dass es wohl ganz gut war. Doch sind auch hier erste Materialbrüche zu melden. Marcel hat einen kapitalen Hecktreffer in der Sprintstrecke, mit anschließender Eskimorolle und musste dann erst einmal das Training für heute beenden. Matthias ist hier gefragt und im Einsatz. Die Strecke an sich ist relativ ruhig, dennoch hat sie Tücken. Um sie schnell zu paddeln muss man erst einmal die richtige Linie finden, es gibt viele überspülte Steine. Die Sprintstrecke hat einen relativ großen Absatz im ersten Drittel, wo der ein oder andere sich die erste Nasenspülung holen konnte.

Ein zweites Training heute Abend verlief reibungsfreier, sodass nach dem Abendessen chillen angesagt ist.


 

Donnerstag, 30.07.2015, Abflug Richtung Atlanta

Frühmorgens, der Wecker klingelt, es ist noch dunkel, trotz Sommermonat. Manche würden erst in 7 Stunden frühstücken. Ohne dieses geht es ins Auto, wir treffen das Fahrzeug mit Eckerts und Zentgrafs am Bronnzeller Kreisel – alles hat geklappt, es kann losgehen. Die ersten 100 m läuft alles glatt, doch plötzlich stellt sich ein Boot im Auto vor uns senkrecht auf. Will es ohne Flugzeug alleine abheben? Wir halten alle die Luft an, Lichthupe, Bremsen, rechts ran. Na, das fängt ja gut an! Schnell verschnürt, kurz beruhigt, es geht weiter Richtung Frankfurt. Die Straße ist leer, wir kommen ohne weitere Zwischenfälle am Flughafen an und treffen an der Einfahrt zum Abflugterminal auf den Vereinsbus der Düsseldorfer. Verschlafene Begrüßung, Abladen, Reintragen des Gepäcks und der Boote ins Terminal 1. In der Zwischenzeit fahren Ralph, Michael, Jörg und Matthias die Autos nach Kelsterbach, wo wir bei der Paddlergilde Kelsterbach die Fahrzeuge, trotz Veranstaltung am Wochenende, auf dem Gelände abstellen konnten. Dafür einen herzlichen Dank vom ganzen Team.

In der Zwischenzeit einchecken am Sperrgut-Schalter der Lufthansa. Alles läuft nach Plan, die 28 Boote und die Mannschaft sorgen für Blicke der anderen Passagiere. Was in diesen Hüllen wohl versteckt ist? Nicht Alltägliches auf jeden Fall. Nun müssen die Stunden bis zum Abflug mit  Kaffee und Frühstück rumgebracht werden. Eine kleine Verzögerung, gleich genutzt um Videos und Fotos zu machen, lässt uns dann kurz nach 10 Uhr boarden. Der Flug von 9 Stunden, mit kleinen Snacks und Filmen versüßt, bringt uns direkt nach Atlanta. Zunächst geht es durch die Passkontrolle – man kommt sich vor wie ein Schwerverbrecher. Es werden sämtliche Fingerabdrücke gemacht, Augen gescannt und nach der Aufenthaltsart gefragt. Strenge Blicke der Einwanderungs-und Zollbeamten lassen einen eine Ahnung davon geben, wie man sich als tatsächlicher Einwanderer fühlen muss. Gar nicht auszudenken, was Asylbewerber und Flüchtlinge über sich ergehen lassen müssen, auch in Deutschland!

All unser Gepäck konnte in Empfang genommen werden und auch die Boote. Kurzer Schreck, ein Teammitglied vermisste sein Daypack, sodass Gregor mit ihm dableiben musste, um Formalitäten zu erledigen. Wir anderen wurden von den Autos des Nantahala Outdoor Centers in Empfang genommen. Beim Rausgehen erlebten wir alle einen Flash – über 30°Grad und eine immens hohe Luftfeuchtigkeit. Schnell die kurzen Hosen und Flip Flops raus, noch bevor die Boote aufgeladen werden konnten. Weiter ging die Reise dann Richtung North Carolina, eine etwa 4 stündige Fahrt (überall Staus), ohne Klimaanlage in einem uralten klapprigen Schulbus (allerdings in blau). Ehrlich gesagt, es war die Hölle...

Doch auch diese Reise hatte ein Ende. Wir fuhren in das Tal des Nantahala ein und konnten schon einmal vom Bus aus die Strecke, ohne Wasser, begutachten. Netter Weise hatte das Center noch für die „Spätankommer“ ein Abendessen zubereitet und uns herzlich in Empfang genommen.

Zimmeraufteilung und Bezug, duschen, schlafen. Wir haben es uns redlich verdient, denn wir sind nun 24 Stunden wach und teilweise schon unterwegs!

Sprint-WM in Wien: das deutsche Team ist bereit.

Nach einem Tag mit letzten Trainingstouren und der Eröffnungsfeier auf der Donauinsel geht die Sprint-WM in Wien in die heiße Phase. Am Samstag stehen ab 10 Uhr die Qualifikationen an. Die Reihenfolge der Disziplinen:
 
- Canadier-Einer Männer
- Kajak Frauen
- Kajak Männer
- Canadier-Einer Frauen
- Canadier-Zweier Männer
 
Die Startliste gibt es hier: www.wc-vienna2015.at/startlist/
 
 

Wildwassersprint-WM und die größte Festival-Party der Welt

Wildwassersprint-WM und die größte Festival-Party der Welt – Die Wiener Donauinsel ruft
– Die Wiener Donauinsel ruft
Österreich und Wien freuen sich auf das Kanu-Großereignis im eigenen Land. In dieser Woche beginnen die Wildwassersprint Weltmeisterschaften.

Ein Jahr nach der Europameisterschaft im Wildwasser-Slalom begrüßt Rot-Weiß-Rot ab Freitag die Wildwasser-Sprinter zur Weltmeisterschaft in Wien. Austragungsort ist die VERBUND-Wasserarena auf der sogenannten Donauinsel. Die Kanu-Anlage wurde 2013 eröffnet und hat seitdem die Trainings- und Wettkampfmöglichkeiten der österreichischen Kanu-Asse auf ein neues Niveau gehoben.

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Sprintrennen bei der EM

3. Wettkampftag: Sprint Einzel

Um halb neun ging es wieder an die Strecke, der Straßenverkehr wurde umgeleitet und eine Spur war für die Teamfahrzeuge mit den Anhängern gesperrt. Noch lag die Straße im Schatten und die Temperaturen waren angenehm. Kurz vor Rennbeginn lag die gesamte Strecke in der Sonne und die Außentemperatur stieg auf ca. 30 °C.

Den Auftakt machten die C1 Herren. Normen konnte sich mit Rang 2 direkt für den Finallauf qualifizieren, Tim musste im 2. Lauf noch mal starten und konnte sich auch für Nachtsprint der besten 12 C1 Fahrer qualifizieren. Die Favoriten, wie zum Beispiel Emil Milihram (CRO) und Stephane Santamaria (FRA)verpassten das Finale knapp.Bei den K1 Damen kamen Sabine auf Platz 2 und Alke auf der 4 direkt durch, Maria und Manuela waren nach dem  2. Lauf sicher dabei. Bei den K1 Herren gab es einige Überraschungen, Yannik Lemmen, Tobi Bong, Andreas Heilinger und Björn Beerschwenger verpassten alle den Finaleinzug im 1. Lauf. Im zweiten Lauf konnte sich nur Yannik qualifizieren. Im 2. Block starteten die C2 Fahrer. Mathias und Dominik waren mit dem 2. Platz sicher weiter. Im 2. Lauf qualifizierten Rene und Normen fürs Finale. Für Mathias und Dominik bedeutete der Einzug ins Finale nebenbei auch noch die letzte zu vergebene Fahrkarte für  die Sprint WM in Wien.

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2. Wettkampftag in Schwarz-Rot-Gold, wobei die Betonung auf GOLD liegt!!!!

Um 7.30 Uhr Frühstück, dann ging zur Strecke, einige lassen die Vorfahrt aus um Kräfte zu schonen.

Der Start um 10.00 Uhr begann mit den 2 Nachholrennen Damen C1 und Herren C2. Das C1 Damen Rennen fand ohne deutsche Beteiligung statt. Im C2 Herren Rennen gingen an den Start Dominik Pesch/Matthias Nies, Normen Weber/ Rene Brücker und Maik Schmitz/ Tobi Trzoska.

Los ging es mit Matthias und Dominik, die beiden waren bei der 1. Zwischenzeit gut platziert. Die beiden gingen mit Bestzeit ins Ziel. Doch das Rennen war noch nicht zu Ende, als nächstes kamen Maik und Tobi ins Ziel, auch die beiden mit einer super Zeit. Gefolgt von Normen und René, die in der Endabrechnung einen tollen 3. Platz belegten, mit nur 2 sec. Abstand folgten Maik und Tobi auf dem undankbaren 4. Platz. Dominik und Matthias konnten ihren 1. Platz behaupten und waren unsere 1. Europameister. Klasse Leistung!!!!

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2-mal Gold und 3-mal Silber am ersten Tag der EM

Erster Wettkampftag in Bosnien: 2-mal Gold und 3-mal Silber für das deutsche Team!

Nach einem frühen Frühstück ging es um 9.00 Uhr zum Warmfahren auf die Strecke. Im Ziel erwartete die Sportler schon die erste Überraschung. Das Rennen sollte nicht wie geplant um 10.30 Uhr starten. Bedingt durch einen Kraftwerksausfall in Bosnien wurde angekündigt, dass das Kraftwerk oberhalb der Rennstrecke mehr Strom produzieren muss und somit der Wasserstand gegen Mittag steigen wird. Um rechtzeitig fertig zu werden, musste das Start Intervall auf 30 sec. verkürzt und das Programm neu aufgestellt werden.
Also Startbeginn erst um 12.00 Uhr.  Auch die Zwischenzeiten waren schnell neu besetzt, Deutsche und die Schweizer machten wie geplant gemeinsame Sache und teilten sich auf.
Tim Heilinger im C1 der Herren eröffnete für unser Team und errang Platz 8. Normen Weber folgte in diesem Feld und wurde Vizeeuropameister.

 

Dann folgten die Damen, derweil stieg der Wasserspiegel stetig an. Als Erste ging Maria Hollerieth auf die Strecke, gefolgt von Sabine Füsser und Alke Overbeck. Als letzte Starterin ging die amtierende Europameisterin, Manuela Stöberl, ins Rennen. An den Zwischenzeiten konnte sich keine der Damen vom Feld absetzen.
Im Ziel hatte Alke Overbeck schließlich knapp die Nase vorn und wurde vor Manuela Stöberl Europameisterin. Maria belegte Platz 6 mit knapp vier Sekunden Rückstand auf die Medaillenränge. Das macht unsere Damen zu den Favoriten für das kommende Mannschaftrennen. Sprintspezialistin Füsser komplettierte mit Platz 12 die starke Mannschaftsleistung der Damen.
Weiter ging es mit den Herren - der Wasserstand war weiter gestiegen, so dass die Zwischenzeitnehmer inzwischen nasse Füße bekamen. Tobias Bong ging als erster Deutscher auf die Strecke und legte eine sehr starke Zeit vor. Lange stand sein Name oben auf der Anzeigetafel. Björn Beerschwenger folgte und platzierte sich am Ende auf Rang 10. Als letzter gestartet warteten alle im Ziel auf Andreas Heilinger. Bei den Zwischenzeiten lag er gleichauf mit dem bis dahin Führenden Tobias Bong. Im Ziel war es Heilinger, der sich als einziger vor dem früh gestarteten Bong platzieren konnte. Gold für Andreas Heilinger, Silber für Tobias Bong! Lange musste man auf ein offizielles Endergebnis warten, da der steigende Wasserstand zu Protesten, unter anderem auch vom deutschen Team, führte. Schlussendlich endschied der Hauptschiedsrichter jedoch, dass der Anstieg zu gering war, um als irregulär zu gelten. Damit waren zwei weitere Medaillen für unser Team offiziell!  Die K1 Herren sind damit gut für Mannschaftrennen aufgestellt, jedoch wird es hier ein harter Kampf um die Medaillen mit Tschechien, Frankreich und den Slowenen.
Das Damen C1 Rennen und das Herren C2 Rennen wurde wegen des weiter steigenden Wassers auf Freitag verlegt.
Bundestrainer Gregor Simon resümierte im Anschluss: „ Das war der bislang erfolgreichste Einstieg einer deutschen Mannschaft in eine Europameisterschaft, auch wenn der Protest wegen der Wasserstandänderung natürlich auch  ein wenig auf die Stimmung drückt.“

 

Die gesamte Ergebnisliste gibt es hier: http://canoebanjaluka.com/pages/results.html

EM 2015

 

 

Europameisterschaft  2015

in Banja Luka (Bosnien-Herzegowina) auf dem Vrbas

03.-07.06.2015

 

 

 

 

 

 

Erste Infos vom deutschen Team:

Ankunft der Mannschaft am Samstag und  zur Begrüßung  gab es erst mal einen Schnaps, danach waren alle wieder guter Dinge und die 15 Stunden Fahrt waren fast vergessen  :-) .  

Zimmer, Unterkunft und Essen sind hervorragend. Während der ersten Tage werden die Wege getestet und in den Pausen werden die Videoaufnahmen ausgewertet.

Am Dienstag wurde bekannt gegeben, dass die Sprintstrecke um ca. um 10 Sekunden verlängert wird. Bei der Junioren Europameisterschaft 2014 wurde die kurze Sprintstrecke gefahren, dass sollte die Generalprobe für die diesjährige Senioren Europameisterschaft sein. Leider gab es keine Erklärung für die Änderung.

Heute abend war die Eröffnungsfeier, Jannik durfte als jüngstes Mitglied der Mannschaft die Fahne tragen. Es waren insgesamt nur 13 Nationen vertreten, das war bislang die geringste Beteiligung bei einer EM.

Morgen gehen die Rennen los, auf der Classik Strecke werden  3 Zwischenzeiten gegeben, mit Unterstützung vom Schweizer Team.

Also Morgen mehr und drückt uns die Daumen :-)  


 

Zeitplan:

3. Juni: Eröffnungsfeier
4. Juni: Classic Einzel
5. Juni: Classic Team
6. Juni: Sprint Einzel
7. Juni: Sprint Team

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