Deutsche Meisterschaften 2009

55. Deutsche Wildwassermeisterschaften 2009

Reißeck / Möll Kärnten „Urlaub bei Freunden“

Vom 10. bis 13. Juni 2009 war der Saisonhöhepunkt vieler Wildwasserkanuten.

Von Schüler B bis Master C auf der Sprintstrecke und im Classic Rennen. Team und Einzel, im schönen Mölltal wurden insg.38. Meistertitel vergeben. Die männl. Jugend stellte das zweit größtes Starterfeld.

Bereits zum 2.Mal fanden die Deutschen Meisterschaften auf der Möll statt. Die hervorragende Unterstützung aus Kärnten, sowie der Gemeinden Reißeck/Kolbnitz und Obervellach sorgten wieder  für gute Rahmenbedingungen und für absolute Wohlfühlatmosphäre. Selbst die Kärntner Landespolitiker schwärmte, dies wurde auf dem Empfang im Moserhof deutlich. Täglich überzeugten sich Bürgermeister Dr. Wilhelm Pacher, Obervellach, und Gerd Pichler, Reißeck, über den reibungslosen Ablauf der Wettkämpfe. Richard Wagner stellte erneut sein organisatorisches Geschick unter Beweis. Als „Wahl-Kärntener“ hat er seinen Wohnsitz unmittelbar an der Rennstrecke und kümmerte sich mit vollem Einsatz um die Organisation.

Dass viele Monate Vorbereitungszeit erforderlich sind, um eine Meisterschaft in diesen Rahmen zu gestalten, ist vielen nicht bewusst. Gerade die Suche nach Sponsoren und Gönnern ist Schwieriger geworden, aber ohne Unterstützung ist kaum ein Ausrichter in der Lage ein Veranstaltung in dieser Größenordnung durchzuführen. Mit Bernd Braun stellt der Kanu Club Grün-Gelb Köln e.V. (KCG) einen weiteren erfahrenen Organisator.

Die Wasserkraftwerke sorgten für einen konstant guten Wasserstand. Dafür bedankten sich die Sportler besonders, denn das obligatorische Flicken der Boote blieb nahezu aus. Dies schuf zusätzliche Trainingszeiten oder  Freizeit und somit die Möglichkeit die schöne  Landschaft und freien Stunden zu genießen. „Urlaub bei Freunden“ ein gelebtes Motto in Kärnten.


Am Mittwoch den 11. Juni war es dann soweit, der 1. Wettkampftag: Sprint

Direkt nach den CII Mixed starteten die Schülerinnen A auf dem oberen Streckenabschnitt und mussten ihr Können unter Beweis stellen. Am Start gab es schon die erste Hürde zu nehmen. Um das Kehrwasser zu erreichen musste ein umgekippter Baum umfahren werden,was durch die Nervosität und  Strömungsgeschwindigkeit nicht so einfach war. Hier reagierte der Veranstalter, indem er den Vorstart verlegte und zusätzlich Starthelfer positionierte. Die Schüler wurden nach der Startnummer sortiert und unmittelbar vorher in die Boote gesetzt.  Somit kehrte zum 2. Lauf die nötige Ruhe ein und die Youngstars der Wildwasserpaddler konnten sich auf den Start konzentrieren.

Nach der Zieldurchfahrt musste noch das „Zielkehrwasser“ erreicht werden. Durch überhängende Äste nicht einfach einzusehen. Hier mussten die Jungen und Mädchen, 10-14  Jahren, sich noch einmal sammeln und kräftig Paddeln.

Trainer und Betreuer hatten gute Arbeit geleistet, es gab keine größeren Zwischenfälle. Die bereitstehende Wasserrettung ans Ufer und aus den Booten

Lilofee Stark vom KC Fulda, sicherte sich mit 5,8 sec Vorsprung den Deutschen Meistertitel auf die  Zweitplatzierte Jil-Sophie Eckert, WVS Hamburg.

Tagesbestzeit auf der Schülerstrecke holte sich Tim Ruben von Hartz, KG Celle, mit einer Gesamtzeit von 2:56,10 und somit den Meistertitel.

Nach einer Stunde Pause wurden der Teamsprint der Schülerklasse gestartet. 12 Teams mit je 3 Booten gingen an den Start. Die Erstplazierten WVS Hamburg hatten nur 0,9 sec Vorsprung auf das Team von KCD Düsseldorf, die wiederum nur 0,9 sec vor den Bronzesiegern vom OWV Oberkassel. Die Schülerteams machten es hier besonders spannend.

Bis zum Mittag waren die Schülerrennen beendet und alles zog nach Kolbnitz auf die anspruchsvollere Sprintstrecke.

In kürzester Zeit wurden die Lichtschranken vom Start- und Zielteam unter der Leitung von Arno Egger, SC Reißeck,  abgebaut und im unteren Streckenabschnitt wieder montiert und geteste

Walzen und hohe Wellen prägen den unteren Abschnitt der Möll. Die hohe Fließgeschwindigkeit und der permanente Druck auf dem Paddel, sowie das kalte Wasser fordert von den Sportlern alles. Nachdem am Nachmittag die Master A bis C die Wellen abgeritten hatten, kamen am nächsten Morgen die Canadierfahrer auf die Strecke. Hier setzte sich Normen Weber, FF Brühl, als Favorit durch. Julian Rohn aus Braunschweig sicherte sich Silber. Dominik Pesch rundete als 3. die starken Leistungen der C1 vom FF Brühl ab.

Danach wurde das zweit größte Starterfeld des Tages in die  Fluten der Möll geschickt. Männl. Jugend K1. Von den 31. Startern behauptete sich Julius Stark vom KC Fulda und siegte mit 0,58 sec vor Andreas Mohr (KCD Siegburg) und Paul Weber aus Hamburg.

Bei den männl. Junioren sicherte sich Franz Bodewig, KSK Köln; den Titel und durch den Sprintsieg  auch das Ticket zur Junioren WM auf der Engelberger Aa in Bouchs / Schweiz. Mit 0,23 sec Rückstand verpasste Björn Beerschwenger den erhofften Sieg. Peter Schumacher wurde Dritter.

Jetzt war es an der Zeit die schnellste Zeit des Tages zu stoppen. Die Herren im K1  lieferten  wieder einmal sehr spannende Rennen. In diesem Feld gingen die Österreicher Gerhard Schmid und Harald Hudertz an den Start und stellten ihren Heimvorteil unter Beweis. Im Gesamtergebnis fuhren die beiden auf den 2. und 3. Platz. Nur Achim Overbeek konnte wiederholt seine Stärke demonstrieren und stand mit eine Gesamtzeit von 2:27,94 min  als Deutscher Meister 2009 fest. Vize wurde Tobias Bong knapp vor Stephan Stiefenhöfer.

In der weibl. Jugend konnte sich wieder  Svenja Beerschwenger vom RKC Köln auf das oberste Treppchen stellen.

Die knappen Zielzeiten setzten sich bei den Juniorinnen fort. Nadja Peuschel, Berlin, siegte mit 0,32 sec Vorsprung. Zeitgleich auf  Platz 2  landeten Annika Gierenz und Therese Klümper.

Sabine Füßer dominierte den Damensprint und sicherte sich vor Silke Kassner und Alke Overbeek Gold..

Im CII siegte das Boot aus Oberkassel mit Trzoska/Göbel vor Knippling/Schmitz und Brücker/Weber aus Brühl.

Am Nachmittag gingen die Sprintteams an den Start und bescherte den Zuschauern  spannende Wettkämpfe. Das gegenseitige Wellenfahren ist auf dieser Sprintstrecke nichtv einfach. Die Walzen und hohen Wellen lassen die Boote springen und sind so nur schwer auf  Kurs zu halten. Die Gefahr, dass man dem Teamfahrer ins Boot fährt, ist groß.

Am Abend wurde es  feierlich. Die Siegerehrung der Sprintwertungen wurde im Festzelt Kolbnitz durchgeführt. Nach den Grußworten der regionalen Politik und der Funktionäre wurden die ersehnten Sportlerehrungen durchgeführt. DJ Jumbo aus Köln untermalte den Aufmarsch des jeweiligen Deutschen Meister mit abwechslungsreicher Musik. Nach gut zwei Stunden war jede Platzierung mit reichlich Sachpreisen, Pokalen und Medaillen ausgestattet. Die erste Hälfte der DM09 ging somit zu Ende.

Der dritte Tag begann wieder auf einem oberen Streckenabschnitt. Die Classic Rennen standen auf dem Programm.

Rund 8 min  benötigen die CII Mixed und die Schüler Boote auf dem Teilabschnitt der Möll. Die Zeitabstände sind auch bei dem längeren Stück nicht allzu groß. Nach gut einer Stunde waren die Rennen beendet. Tim Ruben v. Hartz legte die Tagesbestzeit von 7:22,00 min  vor und darf sich somit zweifacher Deutscher Meister 2009 nennen.

Die „große“ Classic Strecke war nun im Fokus.

Im schnellsten Rennen der DM, Herren K1, stoppte die Uhr für Tobias Bong, RKC Köln, bei 15:01,7 min. Mit einem hauchdünnen Abstand von gerade mal 0,2 sec fuhr Achim Overbeck auf Platz 2, Sören Falkenhein, beide PSV Braunschweig, sicherte sich Bronze.Somit waren deutliche Zeichen für die Teamrennen am Samstag gesetzt.

Bei den Junioren konnte sich Franz Bodewig, KSK Köln, erneut vor Björn Beerschwenger behaupten.Auch den Jugendtitel holte sich das KSK Team Köln mit Moritz von Zahn.

Svenja Beerschwenger  setzte sich bei der weibl.Jugend deutlich ab und gewann souverän. Ihre Vereinskameradin Annika Gierenz holte den Juniorinnen Titel.Bei den Damen setzte sich erneut Sabine Füßer an die Spitze und behauptet sich gegen Manuela Stöberl, Rosenheim, die mit nur 4,5 sec Rückstand ein gutes Rennen absolviert

Bei den CII der Herren wurde es noch einmal richtig Spannend. Rene Brücker und Normen Weber, FF Brühl, holten sich den Meistertitel und verwiesen die anderen Boote auf die Ränge.

Die beiden gingen nicht  als Favorit in das Rennen und sorgten somit für eine „kleine“ Überraschung. Normen Weber gewann nur etwa 3,5 Stunden vor diesem Lauf das C1 Rennen und holte sich eine weitere Goldmedaille.

Am letzten Tag stehen die Team Classicrennen auf dem Programm.

Wieder starteten die Schülerteams als erstes. Insgesamt gingen 13 Teams an den Start. 39 Boote innerhalb von 24 min  wurden gestartet. Nach der letzten Zieldurchfahrt konnte sich das Team von KCD Düsseldorf über Gold freuen.

Mit den Herren K1 Teams wurde der letzte Nachmittag eingeläutet. Das Braunschweiger Team mit Overbeck, Falkenhain und Marwede konnte sich gegen die Starke Kölner Truppe vom BW Köln nicht durchsetzen. Bereits zum dritten Mal holten Verhoef, Verhoef, Stiefenhöfer die Goldmedaille. PSV Braunschweig wird 2., Bronze geht an KC Fulda.

Am Abend wurde die Siegerehrung durchgeführt. Zur Einleitung spielte eine Trachtenkapelle auf.

Wiedereinmal wurden viele  Sachpreisen überreicht, einzigartigen Medaillen aus Steinen vom Mölltal oder aus der Glashütte Monschau, Ehrenpreise aus der Politik und der Region Kärnten. Selbstverständlich bekamen alle Platzierten die DKV Nadel. Diese wurde von Jens Perlwitz  überreicht. Auch Wolfgang Over, Mitglied des Ausrichters KCG, hat es sich nicht nehmen lassen diese Veranstaltung während des Urlaubes zu besuchen.

Lutz Fahlbusch stellt die Nationalmannschaft vor. Die Nominierten für die Junioren WM wurden von Ralf Beerschwenger benannt.

Nach gut drei Stunden konnte DJ Jumbo die Musik mixen und ließ das Zelt beben. Die Tanzfläche war voll. Jung und etwas Älter tanzten zu den heißen Rhythmen bis in die Nacht hinein. Somit gingen die wirklich schönen 55. Deutschen Meisterschaften zu Ende.

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Hans Kos

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