Deutsche Meisterschaften 2010

56. Deutsche Meisterschaften 2010
in den Gemeinden Unken und Lofer auf der Saalach
13.-17.07.2010

ERGEBNIS DM Lofer Classic 14/15.07.2010

ERGEBNIS DM Lofer Sprint 16./17.07.2010

Das war die DM 2010

ein Bericht von Hans Frait (Ressortleiter WW im BKV)

Lofer ist bei allen Vereinen als eine sportbegeisterte Gemeinde bekannt. Der ganze Ort stellt sich auf die Paddler ein, angefangen von der Wildwassercam über www.lofer.net, einen hervorragenden, paddlerfreundlichen Campingplatz, aufgeschlossene Kommunalpolitiker und ein erfahrenes und engagiertes Tourismusbüro unter der Leitung von Bernd Siorpaes, machen eine solche Veranstaltung erst möglich.

Auf Wunsch der Vereine ging man in der Klassik auf die Strecke Au nach Unken. Es waren schon einige Verhandlungen mit den ortsansässigen Raftern nötig. Wobei man sagen kann, alle Wassersportler haben sich an die  Absprachen gehalten. Seitens der Orga ist uns kein „Störfall“   bekannt. Danke an Andreas Voglstätter  vom „Motion Center“ Lofer der als Rafterobmann die Verhandlungen führte. Die langen „Rafterpausen“ im Zeitplan, konnten von den Sportlern hervorragend zu Doppelstarts genutzt werden. Gert Belsemeier hat schon einige Zeitplanversionen durchgespielt, bis es für fast alle gepasst hat. 

Durch den niedrigen Wasserstand musste der Start kurzfristig unterhalb des Naturwehres verlegt werden. War zwar schade, weil eine interessante Stelle wegfiel, aber ich glaube es hätte auch keinen der Teilnehmer Spaß gemacht mit dicken Spitzentreffer sich über die lange Strecke zu quälen, man sah ja, dass auch die Kritiker der Verlegung ihre Boote brav zum Start unterhalb des Wehres trugen.

 

Blickfang war auch die Positionierung der Wasserrettung, so mal den Bongo auf einen 5 Meter hohen Felsvorsprung über den Wasser zu setzen, wegen der „bessere Aussicht“… die Jungs sind wirklich im Wildwasser fit. Das machte schon Peter Rygus bei der Obleuteversammlung klar. Seine Aussage wir retten alles, Fahrer und Material, schuf von Anfang an Vertrauen.

 

Auf  der Schülerstrecke konnte man die Fahrer gut sehen und mit dem Fahrrad begleiten. Vuvuzelas, Kuhglocken und Topfdeckelschlagen, alles wurde genutzt. Es wurden alle Sportler angefeuert !!! Wobei, wie üblich,  die Sportler aus Fulda schon von weiten von ihren Fans angekündigt wurden. Gegen diese Masse von Fans helfen auch keine Vuvuzelas der anderen Clubs.

 

Die Sprintstrecke von der Scheffsnoter Brücke bis Hubertussteg war für Schüler und Jugend gleichermaßen anspruchsvoll. Obwohl die Strecke keine zu großen Schwierigkeiten hatte musste sie exakt und sauber gefahren werden. Das „S“ richtig Treffen, den richtigen Mix, zwischen Kehrwasser abschneiden und Strömung nutzen.

Auch die Slalomstrecke wurde durch den niedrigen Wasserstand nicht leichter, einige Topfahrer gingen baden und erfahrene Abfahrer rollten sich durch, ein Hessischer Starter sogar in beiden Läufen an der selben Stelle. Respekt an alle, welche die Strecke bezwungen haben.

 

Glück hatten wir mit dem Wetter, nach Abschluss der Wettkämpfe setzte pünktlich der Regen ein und hörte nicht mehr auf. Wer auf der Heimfahrt in den Bach schaute traute seinen Augen nicht mehr…Rennwasserstand war ca. 37 cm der Wasserstand ging auf 107 cm hoch (HW bei 71) Eine Durchführung der Rennen wäre nicht mehr möglich gewesen.

Die Abschlussparty wurde vom örtlichen Skiclub in St. Martin organisiert. Eine Party mit Einheimischen und Paddlern. Unser DKV-Präsident war mit dabei und hatte auch Spaß. Die Band war gut und der danach folgende DJ brachte die Party zum toben. Alle hatten Spaß, sogar eine Teilnehmerin mit Krücken war am dancen. Keine Randale, es ging nichts kaputt und wir sind als Gäste wieder gerne gesehen. Je länger man blieb, desto besser wurde die Party, auch wenn sich einige am nächsten Tag nicht mehr genau daran erinnern konnten.

 

Ergebnisse bitte aus den Listen entnehmen

 

Hans Frait

 

 

Bericht von Uschi Zimmermann (Öffentlichkeitsarbeit im BKV)

Die Strecken waren anspruchsvoll und einer Deutschen Meisterschaft durchaus würdig, auch wenn die sonst reißende Saalach nach der langen Hitzeperiode ein wenig ihr Gesicht verloren hatte. Dafür zeigte sie Ecken und Kanten - vor allem bei den engen Durchfahrten und einer offensichtlich sehr kraftraubenden Strecke. Bei etwas höherem Wasserstand wäre sie leichter zu passieren gewesen. Aber selbst nächtliche Gewitter brachten nur eine lehmiggraue Farbe, aber kaum einen Zentimeter Erleichterung.

Es galt für die Sportler, den richtigen Mittelweg zu finden: volles Risiko  zu gehen oder heil unten anzukommen. Der risikoreichere Weg zwischen den eng stehenden Felsen hindurch endete nicht selten in regelrechten Stunts, Eskimorollen oder als Schaukelpferd: Boot und Paddler fanden sich plötzlich im Trockenen auf einem im Weg stehenden Felsen wieder, Bug und Heck hingen frei in der Luft. Die Rettungsmannschaft konnte beim Sprint der Junioren und Leistungsklasse nicht über mangelnde Einsätze klagen.

Vuvuzelas und deutsche Fähnchen fanden hier bei der DM auch nach der Fußball-Weltmeisterschaft weitere Verwendung. Wer damit vom Streckenrand anfeuerte, konnte jedenfalls nichts falsch machen. Die urbayerischen Kuhglocken waren da schon verräterischer ...

Unken war stolz darauf, ein Teil-Gastgeber der DM zu sein und hier die besten Wildwasserrennsportler Deutschlands, ja teilweise sogar der ganzen Welt, willkommen heißen zu dürfen. Für die Siegerehrung der Classic-Strecken vor dem Gemeindeamt wurde sogar eine Durchfahrtsstraße gesperrt. Strahlende Sportlerinnen und Sportler mit ihren Betreuern füllten den Rathausplatz und ließen sich und ihre Erfolge feiern. Sogar Petrus zollte laut donnernd Applaus. Er verlangte den Funktionären aus der örtlichen Politik und dem Kanusport allerdings jede Menge Wasserfestigkeit ab. Teilweise durchnässt bis auf die Haut hielten sie die Zeremonie durch bis zum letzten Sportler, während die Musikanten, Sportler und Zuschauer schon längst unter die weit überstehenden Hausdächer geflüchtet waren. Zwar haben Vuvuzelas ihren Ursprung im bekanntlich sehr trockenen Afrika – dem Regen in Unken hielten sie in Klang und Lautstärke trotzdem Stand.

Es war eine Deutsche Meisterschaft, die fast nichts zu wünschen übrig ließ. „Wenn die Kanusportler in Lofer sind, werden wir aufgenommen als wenn wir zu Hause wären“, beschrieb DKV-Präsident Thomas Konietzko die Stimmung. Damit hatte er den Nagel auf den Kopf getroffen. Denn die Zusammenarbeit mit der Stadt Lofer und ihrem Tourismusbüro ist – ob bei dem alljährlichen Ranglistenslalom oder einem Wildwasserrennen - inzwischen legendär. Das bayerische Ausrichterteam, diesmal unter Organisationsleiter Willi Rogler und Wettkampfleiter Uwe Klessinger – kann auf immer die volle Unterstützung der Bürgermeister von Lofer und Unken wie auch von Tourismusdirektor Bernd Siorpaes zählen. Im Gegenzug bringen die Kanusportler der Region um Lofer, St. Martin und Unken rund 500 bis 600 zahlende Gäste, die hier eine ganze Woche lang übernachten und sich verpflegen.

Zwei Jahren liefen die Vorbereitungen auf diese Meisterschaft, in der unter anderem Wasserrechtsbescheide erlassen werden mussten. Der Lohn für diese Mühen: Erstmals konnten drei Strecken für die Wettkämpfe beansprucht werden: Der Schüler-Sprint zwischen Scheffnoth und der Hubertussteg, die klassische Sprintstrecke zwischen Hubertussteg und Teufelssteg und neu die Classicstrecke zwischen Au und Unken. Jeder Leistungsbereich fand so optimale Bedingungen vor. Genaue Absprachen – aber auch deren zeitgenaues Einhalten beim Wettkampf – verhinderten, dass sich Paddler und Rafter in die Quere kommen konnten.

Für die Organisation bedingte der tägliche Streckenwechsel allerdings eine neue Herausforderung und logistische Meisterleistung: Start und Ziel mit samt aller Technik musste täglich an anderer Stelle neu eingerichtet werden. Aber auch der Verpflegungsstand, zuverlässig vom Team der Kanu Schwaben Augsburg betreut und – bei Temperaturen an die 40 Grad Celsius immer mit kalten Getränken! – wanderte einschließlich mehrerer Biertischgarnituren täglich mit, um die Sportler und Betreuer weder Durst noch Hunger leiden zu lassen.

„So viel Engagement von so vielen Ehrenamtlichen sieht man bei kaum einer anderen Disziplin im DKV“, zeigte sich Präsident Thomas Konietzko beeindruckt.

DKV-Vizepräsident Jens Perlwitz freute sich mit dem Ausrichterteam über das beste Meldeergebnis der letzten Jahre. Vor allem im Nachwuchsbereich zeigen sich neue Hoffnungsträger.

Splitter:

Frust der Wasserrettung, die in glühender Hitze, im dicken Neopren schwitzend, auf ihren Einsatz wartete: "Endlich kenterte ein Paddler. Aber statt sich retten zu lassen, packte er sein Boot und lief einfach aus dem Fluss."

Das bewährte Rettungsteam des Bayerischen Kanu-Verbandes und der Erlanger Wasserwacht um Peter Rygus holte stets sicher Mann und Material aus den Fluten der Saalach. Rygus und Co machten diesmal sogar in ihrer Freizeit als Lebensretter Schlagzeilen: Sie retteten Hund und Frauchen aus den Fluten des Weißbachs und füllten damit eine ganze Zeitungsseite der Salzburger Nachrichten.

 

Deutsche Meisterschaften 2010

56. Deutsche Meisterschaften 
in den Gemeinden Unken und Lofer auf der Saalach
13.-17.07.2010

 

Nach der erfolgreichen internationalen Saison der deutschen Wildwasserkanuten treffen sich vom 12.-17.07. alle Wildwasserrennsportler vom Schüler bis zum Master zum Kampf um die begehrten Titel des Deutschen Meisters auf der Saalach in Lofer.

Zuschauer, Fans, Interessierte sind herzlich eingeladen an den Wettkampfstrecken zwischen Au und Unken im Classic und beim Sprint in Lofer ihre Athleten anzufeuern.

Der DM- Zeitplan:

Dienstag, 13.07.2010

14:00 Uhr     Mannschaftsführerbesprechung im Tourismusamt Lofer
15:00 Uhr     WFC-Versammlung und Informationsveranstaltung im Tourismusamt Lofer
19:00 Uhr     Eröffnungsfeier auf dem Marktplatz in Lofer

Mittwoch, 14.07.2010

ab 09:15 Uhr  Classic Mixed und Schüler (Rheidt-Unken)
ab 13:00 Uhr  Classic Jugend, Junioren, Senioren, Master (Au-Unken)

Donnerstag, 15.07.2010
ab 10:00 Uhr Classic Team Schüler (Rheidt-Unken)
ab 13:00 Uhr  Classic Team Jugend, Junioren, Senioren, Master (Au-Unken)

Freitag, 16.07.2010
ab 09:00 Uhr  Sprint Schüler (Scheffsnoth)
ab 14:00 Uhr  Sprint Schüler Team (Scheffsnoth)

Samstag, 17.07.2010
ab 09:00 Uhr   Sprint Jugend, Junioren, Senioren, Master (Lofer)
ab 14:00 Uhr    Sprint Team Jugend, Junioren, Senioren, Master (Lofer)

weitere Informationen und Meldelisten

Lofer  Live Webcam Teufelssteg
Lofer  Live Webcam Sprintstrecke