Glänzender Abschluss in den Sprintrennen bei der Wildwasserweltmeisterschaft in La Plagne

Das deutsche Wildwasserteam verabschiedet sich mit 3x Gold, 4x Silber und 4x Bronze und gewinnt die Nationenwertung im Classic der K1 Damen und im Sprint der K1 Herren

Nach dem hervorragenden Auftakt auf der Classicstrecke bei den Weltmeisterschaften auf der Isère konnten die deutschen Sportler erstmals auch im Sprint überzeugen.

Nachdem sich bereits am Vortag bei den Qualifikationsläufen 8 deutsche Boote für die Finalläufe qualifizieren konnten wurde es am letzten Tag der WM sehr spannend. Für die Finalrennen erhöhte der Veranstalter den Wasserstand von 25m³ auf 35m³, um es für die Zuschauer noch attraktiver zu machen. Hohe Walzen, tiefe Löcher, das Wasser sprudelte von Start bis Ziel durch die „Moutons“. Die deutschen Sportler kamen schon im Training gut zurecht.

 

Im Canadier-Einer der Herren hatte sich nur Normen Weber als fünfter aus den Qualifikationsläufen für einen Start im Finalrennen platzieren können. Die erste Hälfte der Sprintstrecke meisterte er souverän, doch kurz vor dem Ziel musste er durch einen kleinen Fahrfehler eskimotieren und sein Boot stand quer auf der Strecke. Normen verlor hierdurch viel Zeit und musste sich am Ende mit Platz 8 zufrieden geben. Es siegte der Franzose Guillaume Alzingre vor den Kroaten Igor Gojic und dem Classicweltmeister Emil Milihram.

 

Silber für Tobias Bong

Überraschend für viele war bereits der Einzug von 3 deutschen Sportlern ins Finale der Kajak-Herren. Tobias Bong zeigte seine mentale Stärke und gewann hinter dem favorisierten Slowenen Nejc Znidarcic die Silbermedaille. "Eine Medaille im Sprint hätte ich niemals erwartet – schließlich bin ich ja nicht als super Sprinter bekannt. Aber heute lief´s …", zeigt sich Bong zufrieden. Björn Beerschwenger konnte sich über einen hervorragenden 4. Platz freuen. Achim Overbeck kam auf Platz 12.

Dass die Franzosen im Sprint das Maß aller Dinge sind, zeigte sich besonders bei den Damen im Kajak Einer. Hier kamen gleich drei Französinnen auf die Podiumsplätze. Mit nur einem knappen Rückstand von 0,2 Sekunden kam Manuela Stöberl auf den undankbaren 4ten Platz. Alke Overbeck wurde sechste und Sabine Füßer neunte.

Aus der fest eingeplanten Medaille bei den Canadier-Zweiern durch Johannes Baumann und Lars Walter wurde nur der ungeliebte vierte Platz hinter den Franzosen Alzingre-Claudepierre, Guyonnet-Guyonnet und den Tschechen Sramek-Tomek. Die weiteren deutschen Boote konnten sich am Vortag nicht für die Finalläufe qualifizieren.

 

„ Wir haben schon mit unseren Qualifikationen alles richtig gemacht und die Allrounder für Sprint und Classic gesucht. Es hat sich bestätigt, dass die guten Classicsportler auch im Sprint ganz vorne sind“ äußerte sich Bundestrainer Gregor Simon nach dem Sprint.

 

Am Nachmittag wurde der Wasserstand wieder reduziert und die Sprintrennen der Teams konnten, aufgrund einer Unwetterwarnung um eine Stunde vorverlegt, gestartet werden.

Das C1 Team mit Normen Weber, Tim Heilinger und Julian Rohn verschlief den ersten Lauf regelrecht und kam auf Position 4 ins Ziel. Auch die drittbeste Laufzeit im zweiten Lauf änderte hier nichts mehr an der Gesamtplatzierung. Es siegte das Team aus Frankreich vor Kroatien und Tschechien.

Richtig knapp ging es dann bei den Kajak-Herren zu. Die ersten vier Mannschaften trennten nach dem zweiten Lauf nur 0,8 Sekunden. Es gewannen hier die Slowenen vor den Teams aus Tschechien und Italien. Die deutsche Mannschaft mit Achim Overbeck, Tobias Bong und Björn Beerschwenger wurden fünfte.

 

Damen Team verteidigt ihren Sprinttitel aus Augsburg

 

Nach den Einzelergebnissen war das französische Damen-Kajakteam hoch favorisiert. Die deutschen Damen ließen sich davon nicht beeindrucken und hatten bereits nach dem ersten Lauf durch eine perfekte Fahrt einen großen Vorsprung. Diesen konnten Alke Overbeck, Manuela Stöberl und Sabine Füßer im zweiten Lauf noch weiter ausbauen und sie gewannen zum zweiten Mal in Folge den Titel vor den Damen aus Frankreich und der Schweiz. „Ich habe das nicht erwartet,  nach meiner Vorgeschichte überhaupt in der Mannschaft dabei zu sein und dann auch noch mit einem so großen Vorsprung von über 4 Sekunden gewinnen zu können „äußerte sich Sabine Füßer überglücklich im Ziel.

 

Zum guten Abschluss sicherte sich das deutsche C2 Team mit Maik Schmitz – Mathias Nies, Lars Walter – Johannes Baumann und Stephan Stiefenhöfer – Guido Wahl noch die Bronzemedaille nach zwei souveränen Läufen.

 

„Sicher waren es im Sprint die Franzosen-Festspiele, aber wir konnten erstmals in die Medaillenvergabe im Sprint eingreifen und wissen jetzt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Auf dem zweiten Rang im Medaillenspiegel,  mit dem Gewinn der Nationenwertung im Classic der Damen und Sprint der Herren K1 und mit insgesamt 11 Medaillen können wir mehr als zufrieden sein“ war das Fazit von Ressortleiterin Manuela Gawehn nach der Weltmeisterschaft.

Interview mit Maik und Mathias in Center-TV am 04.07.2012

WM-Splitter:

  • Stephan Stiefenhöfer ist der erste Sportler der es geschafft hat in drei unterschiedlichen Disziplinen WM-Medaillen zu gewinnen. In La Plagne gewann er Bronze mit der C2-Mannschaft, 2008 gewann er Silber im Kajak und zuvor war er bereits mehrfach Weltmeister im Einer-Canadier
  • „Ey man wo ist mein Boot?“ So oder so ähnlich erging es wohl Normen Weber unmittelbar vor seinem ersten Vorlauf im Canadier-Einer. Der Anhänger, auf dem er sein Boot bei der Abfahrt von Unterkunft aufgeladen hatte, war nicht am Start. Und ohne Boot und Paddel ist auch der schnellste Paddler chancenlos. Kurzerhand lieh er sich von einem Tschechen Boot und Paddel aus und kam gerade noch pünktlich zu seinem Start ... trotz der Aufregung kam im Vorlauf dennoch ein fünfter Platz heraus und er qualifizierte sich sicher für das Finale. Hier ein großer Dank an das Team aus Tschechien, die das Boot kurzfristig zur Verfügung gestellt haben
  • Die beiden Physiotherapeuten Michael Fey und Stefanie Küpper hatten bis spät in die Nacht alle Hände voll zu tun, bevor sie sich im Pool relaxen konnten
  • An der gesamten Strecke (7,4 km) gab es einen Radweg, den das Trainergespann unzählige Male rauf und runter fuhr um jeden Sportler mit der Videokamera begleiten zu können. Nicht nur unsere Topsportler wurden mit der Kamera verfolgt, sondern auch die deutschen Teilnehmer des Master-Cup. Die abendlichen Videoanalysen aller 24 Nationalmannschaftsmitrglieder im 15m² Wohnzimmer der Betreuer schweißte das Team zusammen und sorgte immer für gute Stimmung.

 

Alle Ergbenisse können unter http://www.laplagnecanoe2012.com/fr/?page_id=1259 eingesehen werden

Videos von Sprint  http://orange-sport.orange.fr/vod/cnosf/canoe-kayac--championnat-du-monde--sprint-individuel-et-par-equipe---7920.html

Video Day by day unter www.wwtv.it